Banner Lampenfreund
Home
News
Über mich
Lampenvirus
Downloads
Emailformular
Petromax
Geniol
Einzelstücke
Lampen d. Militärs
Sturm- u. Stalllaternen
Dochtlampen
brennb. Flüssigkeit
Flammpunkt
Explosionsgrenzen
Zündtemperatur
Siedepunkt
Diesel & Benzin
Petroleum & Spiritus
Hilfe die Lampe brennt
Rechtsgrundlagen
Treffen d. Petromaxer
Stilblüten
Impressum
Links

Gästebuch

Siedepunkt, auch Koch- oder Kondensationspunkt genannt

 

Ja, ja, plötzlich erinnert uns eine Petromax/Geniol an einen Leuchtturm. Sie leuchtet nicht mehr mit gleich bleibender Lichtstärke. Nein, in regelmäßigen Abständen blinkt das Teil wie eine Signallampe. Das ist nervend und geht auf die Augen. Was nutzt uns die Sonne im Herzen und der Glanz des Chroms auf der Leuchte? Nichts, wenn die olle Latüchte ihrer Bestimmung nicht gerecht wird?
Stellen wir uns die Frage: Warum, wieso blinkt die Leuchte? Ursächlich verantwortlich ist der niedrige Siedepunkt der brennbaren Flüssigkeiten, die zunächst für Petroleumlampen nicht vorgesehen sind. Die allerdings nach gewissen Umbauten jederzeit verleuchtet werden können. Dazu gehört Spiritus (Siedepunkt 78 °C). Aber auch mit Benzin oder Petroleum betriebene Laternen können durchaus mehr oder weniger zicken.

Definition “Siedepunkt” (Sdp)

Siedepunkt ist die Bezeichnung für jenen Temperaturpunkt, bei dem der Dampfdruck innerhalb einer Flüssigkeit dem Druck der Atmosphäre über der Flüssigkeit entspricht. Liegt die Temperatur unterhalb des Siedepunkts, findet eine Verdampfung nur von der Oberfläche der Flüssigkeit statt.

Der Dampfdruck einer Flüssigkeit entspricht am Siedepunkt dem äußeren Umgebungsdruck. In Tabellen und Schriften wird üblicherweise der Normalsiedepunkt (Tsied) angegeben. Tsied ist immer an festgelegte in Normen vorgeschriebene Bedingungen geknüpft.

Der Normalsiedepunkt von Wasser befindet sich z. B. bei einer Sättigungstemperatur (auch Siedetemperatur) von 100 °C, respektive 373,15 Kelvin. Als Siededruck (auch Sättigungsdampfdruck) werden 1013,25 hPa auf Meereshöhe zu Grund gelegt. Uns sollte der überschlägige Wert 1 Bar genügen. Bei Meereshöhe wird in Deutschland als Höhen-Bezugsfläche der Amsterdamer Pegel angenommen. Abhängig vom jeweiligen Standort kocht Wasser also unterhalb des Meeresspiegels bei Temperaturen über 100 °C. Über dem Meeresspiegel also bei Temperaturen unter 100 °C. Man darf davon ausgehen, dass die Siedetemperatur pro 300 m Höhengewinnung um 1 °C geringer ausfällt. Die Siedetemperatur ist also immer neben den Materialeigenschaften auch vom Umgebungsdruck abhängig. Das bedeutet, Siedetemperatur und Siededruck sind ein Wertepaar.

Die Festlegung des Siedepunkts bestimmter Stoffe und Stoffmengen beschränkt sich nicht nur auf meine Erläuterungen. Weitere komplexe Ausführungen wären notwendig, um allen Details Rechnung zu tragen. Das würde den Rahmen sprengen. Deshalb nur noch nachstehende Anmerkungen:

  1. Bei homogenen Stoffmengen (Gemischen) wird an Stelle des Siedepunkts vom Siedebereich gesprochen.
  2. Chemisch reine Stoffe gibt es nicht. Immer sind Verunreinigungen vorhanden, die den Siedepunkt beeinflussen. Wird ein Siedepunkt unter Berücksichtigung der Standardbedingungen festgelegt, sind die Annahmen vom chemisch reinen Stoff abstrakt (begrifflich nur gedacht).
  3. Gibt ein Dampf Wärme ab, wechselt er seinen Aggregatzustand vom dampfförmig in den flüssigen Zustand. Dann wird vom Kondensationspunkt (Kp) gesprochen.

 

 

Beispiele für den Siedepunkt / Siedebereich

 

Tsied von Benzin: 80 °C bis 130 °C

Zusatzinfos:

  1. Bei diesen brennbaren Flüssigkeiten darf davon ausgegangen werden, dass sie aufgrund von Beimengungen (Stoffmengen) einen Siedebereich haben.
  2. Allgemein gilt, je größer das Molekül, desto höher ist der Siedepunkt / Siedebereich

 

Tsied von Diesel: 150 °C

Tsied von Petroleum: 150 °C bis 280 °C

Tsied von Lampenöl aus Raps: 180 °C bis 240 °C

Tsied von Reinigungsbenzin: >65°C

Tsied von Wundbenzin: 44 °C bis 70 °C

 

Tsied von Spiritus: 78 °C

 

Tsied von Aceton: 56 °C

 

Tsied von Stickstoff -195,8 °C

 

 

 

 

 

Wenn Leidenfrost unterwegs ist

Wollen wir Spiritus verleuchten, muss also die Leuchte auf Spiritusbetrieb umgebaut werden. Werden die Umbauten nicht vorgenommen, kommt es wegen des niedrigen Siedepunkts zum  sogenannten Leidenfrost-Effekt, auch Leidenfrost-Phänomen genannt.

Dieses Phänomen wurde erstmals von dem Theologen und Mediziner Johann Gottlob Leidenfrost in Duisburg erforscht und wird in der Schrift “De Aquae Communis Nonnullis Qualitatibus Tractatus 1756” beschrieben (Literaturhinweis: www.leidenfrost-ahnen.de).

Mit dem Leidenfrost-Effekt wird ein physikalischer Vorgang erklärt, der uns die Ursachen für die verzögerte Änderung des Aggregatzustandes, also von flüssig in dampfförmig, vor Augen führt.

Wenn eine Oberfläche weit über Siedetemperatur einer brennbaren Flüssigkeit durchwärmt ist, geht eine daran vorbeigeleitete Flüssigkeit spontan in den dampfförmigen Aggregatzustand über. In unserem Fall ist die heiße Oberfläche die Wandung des Vergasers. Wird eine Leuchte in Betrieb genommen und mittels Drehen der Exzenterwelle der Flüssigkeitsstrom in den Vergaser frei gegeben, verdampft der Brennstoff schlagartig. Das geht um so rasanter, je tiefer der Siedepunkt der Flüssigkeit angesiedelt ist. Der Dampf hält die vom Luftpolster nachgedrückte Flüssigkeit von der heißen Vergaserwandung fern. Er isoliert sie vor rascher Wärmeaufnahme. Folglich kommt es bei der nachgeführten Flüssigkeit zu einer zeitlich verzögerten Änderung des Übergangs von flüssig in gasförmig. Der Dampf selbst kann unter der Flüssigphase nur schwer entweichen und über die Düse, das Mischrohr sowie Mischkammer in den Socken einströmen und verbrennen. Auch die Strömungsgeschwindigkeit der Dampfteilchen hinter der Düse ist herabgesetzt. Verbrennungsluft wird nur unzureichend mitgerissen. Das Licht bricht kurzzeitig zusammen. Geht die Isolierwirkung des abströmenden Dampfs verloren, steht für eine sehr kurze Zeitspanne ausreichender Dampf mit entsprechender Strömungsgeschwindigkeit zur Verfügung. Die Leuchte brennt hell. Haben wir wieder einen Dampfüberschuss, bricht die Flamme erneut zusammen. Diese Vorgänge wechseln in sehr kurzen, aber zeitlich gleichen Abständen. Unsere Lampen brennen pulsierend. Bei genauem Hinhören ist das Pulsieren der Leuchten deutlich wahrnehmbar.

Was kann, muss getan werden?

Soll die Leuchte mit Spiritus brennen, muss der Vergaser gestopft werden. Dem Spiritus muss genügend heiße Oberfläche angeboten, so dass er vollständig verdampfen kann. Hingegen muss dem Dampf Raum genommen werden. In einem Maße, das er auf die nachströmenden Flüssigkeitsteilchen seine Isolierwirkung nicht wirksam werden lassen kann. Nur so ist eine gleichmäßige Dampfentwicklung und ein ruhiges Brennen der Leuchte gewährleistet. Gleichsam muss der verbleibende Raum sicherstellen, dass ausreichender Dampf den Socken füllen und verbrennen kann.
Auch die eine oder andere PX- oder Geniol-Leuchte kann unruhig (flackern) brennen. Alle möglichen Veränderungen der Einstellung führen zu keinem Erfolg. Mit einer Vergaserstopfung kann vielleicht für Abhilfe gesorgt werden. Ein Versuch wäre es wert. Ebenso kann eine Vergaserstopfung erforderlich werden, wenn Petroleumleuchten auf Benzinbetrieb umgebaut werden. Der dafür erforderliche Benzinvergaser ist zwar unter der Düse mit einer kleinen Stopfung versehen. Wer eine Schweizerin besitzt, weiß davon. Diese Stopfung dient jedoch der Vermeidung eines Flammeneinschlags in den Vergaser (vergleichbar mit einem Sintersieb im Tankstutzen). Eine darüber hinausgehende Vergaserstopfung kann aus nachstehenden Gründen notwendig werden.
Die an der Tanke angebotenen Spritsorten enthalten beigemischte Stoffmengen. Mit denen wird unter anderem eine Änderung des Siedepunkts herbeigeführt. Das manipulieren am Temperatur-Druck-Wertepaar ist beabsichtigt. Nur so wird ein erlaubter Schwellenwert aufsteigender Dampfteilchen nicht überschritten. Beeinflusst werden durch die Stoffmengen im Besonderen der Flammpunkt und das Ausdehnungsverhalten der Flüssigkeitsteilchen. Auch ihr Bestreben den Flüssigkeitsverband zu verlassen, wird ausgebremst.

Die Dampfentwicklung der Benzinsorten ist also von den Beimengungen abhängig. Deshalb kann es passieren, dass eine Leuchte die eine Benzinsorte problemlos schluckt. Die andere Sorte verweigert eine Leuchte grundsätzlich oder reagiert sauer. Ist eine Laterne auf eine spezifische Benzinsorte eingestellt, sollte an dieser festgehalten werden. Ein Wechsel kann für Verwunderung bis Entsetzen sorgen. Dann kann man Worte hören, die im Vokabular der Lustschreie nicht gefunden werden.

Wie und mit welchen Materialien kann eine Vergaserstopfung ausgeführt werden? Da scheiden sich die Geister oder besser gesagt, tausend Lampensammler, tausend Meinungen. Ich habe gute Erfahrungen mit Messinggaze gemacht. Über die Ausführung einer Vergaserstopfung gibt es im Internet einige hilfreiche Erläuterungen, Abhandlungen und Erfahrungsberichte. Hilfen werden angeboten von: Hytta.de, Pelam.de und Lampenmaxe.de

 

 

 

 

 

 

nach oben

 

 

Home News Über mich Lampenvirus Downloads Emailformular Petromax Geniol Einzelstücke Lampen d. Militärs Sturm- u. Stalllaternen Dochtlampen brennb. Flüssigkeit Flammpunkt Explosionsgrenzen Zündtemperatur Siedepunkt Diesel & Benzin Petroleum & Spiritus Hilfe die Lampe brennt Rechtsgrundlagen Treffen d. Petromaxer Stilblüten Impressum Links