Home
News
Über mich
Lampenvirus
Downloads
Emailformular
Petromax
Geniol
Einzelstücke
Lampen d. Militärs
Sturm- u. Stalllaternen
Dochtlampen
Tischlampen
Küchenlampen & Co.
Lyren & andere
Aladdin
Heimatleuchte
brennb. Flüssigkeit
Hilfe die Lampe brennt
Rechtsgrundlagen
Treffen d. Petromaxer
Stilblüten
Impressum
Links

Gästebuch

Heimatleuchte

 

Dochtschlüsselrad von H. GREDE’ Cassel oder doch H. CREDE’ Cassel

Da stand doch am 17.02.2008 auf dem Flohmarkt in Hannoversch Münden eine Petroleumlampe mit einem Dochtschlüsselrad, das entweder mit H. GREDE’ Cassel oder H. CREDE’ CASSEL gemarktet ist. Da habe ich nicht widerstehen können. Schließlich bin ich stolzer Kasseläner und ein Brenner aus der Heimatstadt, hmm, den kannte ich bisher noch nicht. Es gab im 18./19. Jahrhundert in Kassel lediglich eine Firma Heinrich Klussmann, die Petroleumlampen, aber keine Brenner herstellte.

 

 

 

Elektoumbau

Entsetzlich, die Lampe war umgebaut auf elektrisch. Immer wieder gibt es Barbaren, die Hand an alte Stücke legen und diese auf moderne Standards umfriemeln ohne den eigentlichen Wert, sei er materiell, historisch oder ideologisch, zu beachten. Gott sei Dank hatte hier ein Fachmann Hand angelegt. Lediglich zwei Stege der Galerie -unten im Bild zu sehen- sind beschädigt. Das Kabel wurde durch das Brandrohr nach oben zu einer Lampenfassung geführt, die auf dem Brandrohr saß. Der Brenner ist durch handwerkliches Geschick unversehrt geblieben und gebrauchsfähig.

Das in den Vasenring einzuschraubende Gewinde des Dochtrohres ist mit einem linigen Gewinde nicht vergleichbar. Es ist ein gepresstes Rundgewinde. Der Brenner nahm ohne zu streiken, zu hakeln oder klemmen einen 14’’’ (66 mm) Docht auf und transportierte ihn dort hin, wo er hin gehört. Einen so leichtgängigen Transport erlebt man nur bei noch alten Brennern, die zu Teilen in Handarbeit hergestellt wurden.

Die Krone ist aus 1 mm starken Messingblech gefertigt und äußerst stabil. Ein 14‘’’ 53 mm Zylinder (zu groß) kann nicht eingesteckt werden. Ein Zylinder der über die Krone gesteckt wird, passt exakt.

 

 

Moderateurlampe

Der Fuß der Leuchte erinnert an eine Moderateurlampe. Vielleicht war er sogar dafür vorgesehen. Er ist abgestuft und aus Messingblech gefertigt. Die obere Stufe zeigt an drei Seiten als tiefes Relief einen Schleifer an seinem Schleifstein. Die untere Stufe zeigt Schwäne auf einem Gewässer. Der Schirmreifen der Galerie trägt einen weißen Vestaschirm von 23 cm Durchmesser.

Bei genauer Betrachtung erkennt man allerdings, dass wirklich nur das Äußere einer Moderateurlampe gerecht wird.

Es fehlt das Herzstück einer solchen Lampe, nämlich das mechanische angetriebene Pumpwerk (siehe Druck eines alten Holzstiches). Das Pumpwerk funktionierte Kraft eines aufziehbaren Werks und hatte die Aufgabe, Rüböl für ca. 7 bis 8 Stunden in gleichbleibenden Fluß hoch zum Docht zu fördern. Dann musste die Feder des Werks neu gespannt werden. Vorteil dieser Technik war, die Lampen konnten sehr hoch ausfallen. Mehr über die Funktion einer Moderateurlampe kann bei Lothar Spaniol:

www.wt-pempel. de/images_pdf/Moderateurlampe%20L.%20Spaniol.pdf nachgelesen werden.

 

 

Umgebaute Moderateurlampe?

Das Messingrelief bekleidet einen Tank. Anstelle eines Pumpwerks und Rüböl wurde der Tank mit Blei und Sand gefüllt. Die Materialien dienen zur Beschwerung (Kippsicherheit). Auf den Tank wurde eine Aufnahme für ein Glasbassin gesetzt.

Umgebaute Moderateurleuchten sind nichts Ungewöhnliches. Kaufleute von Haushaltswaren, Eisenwaren und Petroleumlampen etc. kauften immer wieder Lampenteile anderer Hersteller auf. Sie komplettierten diese -inklusive eigenem Warenzeichen auf dem Dochtschlüsselrad- zu funktionierenden Petroleumlampen. Vielleicht gibt es deshalb so viele Dochtschlüsselräder unbekannter Hersteller.

(siehe:www.wt-pempel.de/dsr.htm) 

 

 

 

Das Dochtschlüsselrad

Ich wusste mit dem Dochtschlüsselrad meiner Leuchte nichts anzufangen. Was hatte es damit auf sich. Ich hoffte auf Infos vom Stadtarchiv der Stadt Kassel.

20.02.2008, Antwort vom Stadtarchivar der Stadt Kassel

Betr. Petroleumlampe “H. GREDE Cassel”

Sehr geehrter Herr Scherb,

da die Altbestände des Stadtarchivs Kassel im Zweiten Weltkrieg zerstört worden sind, mussten sich unsere Ermittlungen auf die jährlich erscheinenden Adressbücher der Stadt beschränken.

Folgendes Ergebnis wurde so erzielt:

Seit 1889 ist die Lampenhandlung und Fabrik Grede in den Adressbüchern geführt. Unter anderem tritt die Firma Grede als Hoflierferant, Einrichter von Gas- und Wasserleitungen, Telegraphen- u. Telefonanlagen und Lager sämtlicher Haus- und Küchengeräte auf.

Das beantwortet meine Frage. Die Petroleumlampe stammt aus der Lampenhandlung und Fabrik Grede.

Was offen bleibt ist die Frage, ob die Teile der Leuchte angekauft und nur zusammengebaut oder von Grede selbst gefertigt und zur gebrauchsfähigen Lampe zusammengefügt wurden.

Mit dieser Lampe ist ein Stück Kasseler Geschichte bei mir eingezogen.

03.03.2008, ein Experte für Petroleumlampen: Also diese Lampe ist schon ein komisches Gebilde. Das Unterteil der Moderateur-Lampe gefällt mir zwar, aber das Ganze passt so nicht zusammen. Die Galerie ist eindeutig von C. A. Klemann (Erfurt). Die Gewinde für die Galerie und den Vasenring müssen beide geschnitten sein und 32,3-32,4 mm im Durchmesser haben. Ich vermute, dass das Dochtrohr nicht zu dieser Galerie gehört, es sei denn, dass der Brenner eben für diesen Händler und Hoflieferant Grede in Kassel gefertigt wurde.

Das Gewinde der Galerie ist geschnitten, das des Vasenrings ist ein Rundgewinde.

 

 

21.11.2009, ich habe einen zweiten Brenner gefunden! Wieder auf dem Flohmarkt in Hannoversch Münden fand ich einen zweiten Brenner von H. GREDE’. Ich nahm ihn mit nach Hause, ohne dass ich ihn als einen solchen erkannte. Er war dick mit Patina überzogen. Erst als ich den Brenner aus dem Zitronensäurebad entnahm und abspülte, sah ich, dass es einer von H. GREDE’ ist. Umso größer war meine Freude.

Zitat: Ich vermute, dass das Dochtrohr nicht zu dieser Galerie gehört, es sei denn, dass der Brenner eben für diesen Händler und Hoflieferant GREDE’ in Kassel gefertigt wurde.

Dieser Vermutung schließe ich mich nun an. Jetzt, da ich einen zweiten Brenner besitze.

Der Brenner scheint tatsächlich exklusiv für die Firma GREDE’ hergestellt zu sein. Das Gewinde des Dochtrohres lässt das Aufschrauben einer Galerie anderer Hersteller nicht zu. Obwohl geschnitten, verfügt das Gewinde über eine andere Steigung. Es wird sehr schwierig werden, ein Bassin dafür zu finden. Wie oben zu lesen ist, müssen der Tankanschluss oder der Vasenring ein Rundgewinde besitzen.

 

Nach oben

 

 

 

Home News Über mich Lampenvirus Downloads Emailformular Petromax Geniol Einzelstücke Lampen d. Militärs Sturm- u. Stalllaternen Dochtlampen Tischlampen Küchenlampen  & Co. Lyren & andere Aladdin Heimatleuchte brennb. Flüssigkeit Hilfe die Lampe brennt Rechtsgrundlagen Treffen d. Petromaxer Stilblüten Impressum Links